Graziano
blickte auf die zusammengesunkene Gestalt herunter, deren Schultern
unregelmäßig zuckten.
Wenn sie doch mit diesem Geschluchze aufhören würde. Das brachte
Giovanni nicht zurück.
Seine Hand schwebte einen Moment lang über Francescas Kopf, dann zog er
sie hastig zurück. Graziano ging zum Fenster. Die Sonne stand tief am
Himmel, tauchte seinen nach englischem Vorbild angelegten Garten in rötliches
Licht.
Er hatte in zweifacher Hinsicht auf das falsche Pferd gesetzt. Don Vento
taugte nur noch als Gulasch und Ruth enttäuschte die großen Hoffnungen,
die er in sie gesetzt hatte, zutiefst.
Bis vor einer Stunde stand ihr eine aussichtsreiche Karriere in seiner
Firma in Aussicht. Doch offenbar hatte sie ihre Leute nicht unter
Kontrolle. Das Schlimmste in seiner Branche.
Jeder seiner nächsten Schritte musste nun sorgfältig durchdacht werden.
Besser als sonst schon üblich.
„Wirst du mich jetzt ebenfalls
umbringen lassen?“ Graziano fuhr herum. Francesca
stand hinter ihm. Das Gesicht vom Weinen gerötet.
„Rede keinen Unsinn.“ Er schaute an
ihr vorbei. „Ich habe mit Giovannis Tod nichts zu tun. Ruth hat
versagt.“
„Wie ist es möglich, dass jemand so
wenig Verantwortung für sein Handeln übernimmt.“ Ihre Stimme klang
resigniert. „Was glaubst du, warum deine Leute zu solchen Mitteln
greifen? Ich sage es dir. Weil du ihnen vorlebst und eintrichterst, das
Gewalt ein legitimes Mittel ist, seine Ziele durchzusetzen und somit zu
Geld und Macht zu gelangen. Eines Tages wirst du einsam sterben. Niemand
wird da sein, der um dich trauert. Dafür bete ich.“
Graziano starrte
noch lange auf die Tür, durch die Francesca verschwunden war.
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Folge 64 ..