Ferieninsel Krautsand - 62 -

 

 

 

 

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Herma sammelte bei ihren Nachbarn Kleingeld ein. Es würde ein langes Gespräch werden. Aber Elli war die einzige, die Klarheit schaffen konnte. Sicher stand die Mafia dahinter.

„Herma, halte dich da raus. Das ist eine Nummer zu groß für dich", sagte Elli, als sie von Giovannis Unfall erfuhr.

„Ich mache doch gar nichts."

„Und dafür haben sie Willi fast umgebracht? Laura sagt, Giovanni und diese verschwundene Francesca gehören nicht der Mafia an."

„Und ihre Verwandten?"

„Auch nicht. Aber der Stiefvater soll in dubiosen Geschäften verwickelt sein."

„Und wo ist Francesca abgeblieben? Becker sagte etwas von Bekannten."

„Die Polizei hat eine Spur, aber Laura wollte mir nichts Genaueres sagen."

„Hat sie inzwischen mit Becker gesprochen?"

„Das weiß ich nicht. - Herma, du musst das Herz loswerden. Gib es der Polizei."

„Hallo? Hallo?", rief Herma. Es half nichts, das Gespräch war weg. Sie hatte sämtliche Münzen in den Apparat geworfen. Sie leuchtete mit der Taschenlampe auf ihre Uhr, halb vier. Sie musste ins Bett, damit sie Willi am Vormittag besuchen konnte.

Der Mond schaute hinter einer Wolke hervor. Herma tastete sich vorsichtig den Weg entlang. Ihre Augen waren nicht mehr gut genug, trotz Taschenlampe erkannte sie den Weg kaum.

Bei Christel und Kurt war es schon längst dunkel. Herma zögerte, das Vorzelt zu betreten. Was, wenn sich da jemand versteckt hätte? Im Vorzelt schaltete sie das Licht an und suchte jede Ecke ab. Dann erst betrat sie den Wohnwagen, den sie genauso gründlich untersuchte. Nachdem sie nichts gefunden hatte, stellte sie den Campingtisch aus dem Vorzelt aufrecht vor die Tür und verkeilte ihn mit ihrem Besen. So schnell würde da keiner hereinkommen.

Sie knöpfte ihr Korsett auf und nahm das Herz in ihre Hand. Hatte der Einbrecher wirklich diesen kleinen Anhänger gesucht? Sie wog ihn in ihrer Hand, dann legte sie ihn in die Zuckerdose und kippte Zucker darüber.

Ein Schauer überfiel sie. Sie fror. Dieser Sommer war auch besonders regnerisch und kalt. Schnell schlüpfte sie ins Bett unter die Decke. Aber ihr wurde nicht warm. Sie wälzte sich hin und her. Dann tastete sie nach Willis Seite. Obwohl sie sonst nicht so ängstlich war, fehlte er ihr jetzt. Sie fühlte sich einsam.

Herma bekam beim Hutwettbewerb gerade den ersten Preis überreicht bekam, als es donnerte. Ein Gewitterguss verwandelte die Rennbahn in einen Wasserfläche.

„Herma." Es bollerte lauter. „Herma, geht es dir gut?" Das war Christels Stimme.

Sie öffnete die Augen, draußen war es schon hell. Die Uhr zeigte auf halb zehn.

„Willst du mit uns frühstücken?"

„Ja, einen Augenblick." Sie schlüpfte in ihren Morgenmantel, räumte den Tisch weg und öffnete die Tür.

„Ich bin erst spät eingeschlafen, ich ziehe mich schnell an."

Zehn Minuten später saß sie bei Christel und Kurt im Vorzelt. Der Heizstrahler schaffte eine behagliche Wärme. Draußen nieselte es.

„Die Polizei hat das Pferd mitgenommen. Es soll gründlich untersucht werden", berichtete Kurt.

 

.. Folge 63 ..

© Annette Paul

 
 

 Copyright © 2005
  Stand: 09.09.2007