Herma
sammelte bei ihren Nachbarn Kleingeld ein. Es würde ein langes Gespräch
werden. Aber Elli war die einzige, die Klarheit schaffen konnte. Sicher
stand die Mafia dahinter.
„Herma,
halte dich da raus. Das ist eine Nummer zu groß für dich", sagte
Elli, als sie von Giovannis Unfall erfuhr.
„Ich
mache doch gar nichts."
„Und
dafür haben sie Willi fast umgebracht? Laura sagt, Giovanni und diese
verschwundene Francesca gehören nicht der Mafia an."
„Und
ihre Verwandten?"
„Auch
nicht. Aber der Stiefvater soll in dubiosen Geschäften verwickelt
sein."
„Und
wo ist Francesca abgeblieben? Becker sagte etwas von Bekannten."
„Die
Polizei hat eine Spur, aber Laura wollte mir nichts Genaueres sagen."
„Hat
sie inzwischen mit Becker gesprochen?"
„Das
weiß ich nicht. - Herma, du musst das Herz loswerden. Gib es der
Polizei."
„Hallo?
Hallo?", rief Herma. Es half nichts, das Gespräch war weg. Sie hatte
sämtliche Münzen in den Apparat geworfen. Sie leuchtete mit der
Taschenlampe auf ihre Uhr, halb vier. Sie musste ins Bett, damit sie Willi
am Vormittag besuchen konnte.
Der
Mond schaute hinter einer Wolke hervor. Herma tastete sich vorsichtig den
Weg entlang. Ihre Augen waren nicht mehr gut genug, trotz Taschenlampe
erkannte sie den Weg kaum.
Bei
Christel und Kurt war es schon längst dunkel. Herma zögerte, das Vorzelt
zu betreten. Was, wenn sich da jemand versteckt hätte? Im Vorzelt
schaltete sie das Licht an und suchte jede Ecke ab. Dann erst betrat sie
den Wohnwagen, den sie genauso gründlich untersuchte. Nachdem sie nichts
gefunden hatte, stellte sie den Campingtisch aus dem Vorzelt aufrecht vor
die Tür und verkeilte ihn mit ihrem Besen. So schnell würde da keiner
hereinkommen.
Sie
knöpfte ihr Korsett auf und nahm das Herz in ihre Hand. Hatte der
Einbrecher wirklich diesen kleinen Anhänger gesucht? Sie wog ihn in ihrer
Hand, dann legte sie ihn in die Zuckerdose und kippte Zucker darüber.
Ein
Schauer überfiel sie. Sie fror. Dieser Sommer war auch besonders
regnerisch und kalt. Schnell schlüpfte sie ins Bett unter die Decke. Aber
ihr wurde nicht warm. Sie wälzte sich hin und her. Dann tastete sie nach
Willis Seite. Obwohl sie sonst nicht so ängstlich war, fehlte er ihr
jetzt. Sie fühlte sich einsam.
Herma
bekam beim Hutwettbewerb gerade den ersten Preis überreicht bekam, als es
donnerte. Ein Gewitterguss verwandelte die Rennbahn in einen
Wasserfläche.
„Herma."
Es bollerte lauter. „Herma, geht es dir gut?" Das war Christels
Stimme.
Sie
öffnete die Augen, draußen war es schon hell. Die Uhr zeigte auf halb
zehn.
„Willst
du mit uns frühstücken?"
„Ja,
einen Augenblick." Sie schlüpfte in ihren Morgenmantel, räumte den
Tisch weg und öffnete die Tür.
„Ich
bin erst spät eingeschlafen, ich ziehe mich schnell an."
Zehn
Minuten später saß sie bei Christel und Kurt im Vorzelt. Der
Heizstrahler schaffte eine behagliche Wärme. Draußen nieselte es.
„Die
Polizei hat das Pferd mitgenommen. Es soll gründlich untersucht
werden", berichtete Kurt.
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Folge 63 ..