Becker
öffnete den Wagenschlag und half Herma auf den Sitz. „Sie sollten zum
Arzt gehen."
„Ich
habe nur den Fuß vertreten, das geht schon." Sie bückte sich, um
ihren Schuh auszuziehen.
Becker
startete. Herma spürte nicht, wie der Wagen beschleunigte und wie schnell
er fuhr, ganz anders als bei Willis altem Schlitten.
„Wozu
brauchen Sie die italienische Polizei?" Der Schmerz ließ nach und
Herma entspannte sich, auch wenn Becker ein halsbrecherisches Tempo fuhr.
„Sie
wird von einem Bekannten festgehalten."
Herma
hörte seine Zähne knirschen. „Gab es eine Forderung?"
„Nein."
„Sie
ist fortgelaufen."
Der
Wagen näherte sich dem Seitenstreifen. Herma hielt vor Schreck die Luft
an. Das Gespräch sollte sie lieber erst auf der Bundesstraße fortsetzen.
„Ich
habe gerade eben mit ihr gesprochen." Dann schwieg er. Erst auf der B
73 fuhr er fort.
„Woher
haben Sie Ihr Tuch gehabt?"
Herma
schwieg.
„Haben
Sie noch etwas anderes dabei gefunden?"
„Warum
sollte ich?"
„Unser
Bekannter will etwas haben, was Francesca gefunden hatte. Es muss bei dem
Tuch gelegen haben." Er schaute Herma an. „Ich liebe sie, ich will
sie gesund wiederhaben." Seine Augen wurden feucht. Dann blickte er
wieder auf die Straße.
Vor
ihnen tauchten die ersten Häuser von Stade auf.
„Ich
werde meine Freundin nach der Telefonnummer ihrer Bekannten fragen."
Becker
fuhr die Einfahrt zum Krankenhaus hoch. Vor dem Eingang hielt er und
öffnete Herma den Wagenschlag. Sie bückte sich und quälte sich in den
Schuh hinein.
Becker
half ihr hinaus. „Danke! Passen Sie auf sich auf!" Bevor er
wegfuhr, reicht er ihr seine Visitenkarte.
Herma
schaute ihm hinterher, bis er nicht mehr zu sehen war.
„Gibt
es hier ein Telefon?", fragte sie den Pförtner.
Beim
Fernsprecher kippte sie ihr Portemonnaie aus. Zum Glück hatte sie genüg
Münzen.
„Ich
habe noch nicht alles erzählt. Ich glaube es geht um ein Schweizer
Nummernkonto." Sie berichtete Elli von der Tasche, dem Tuch und dem
Herzen. Zum Schluss gab sie Beckers Telefonnummer durch.
Im
Kiosk nebenan kaufte sie Süßigkeiten für Willi.
„Es
tut mir leid, dass ich erst jetzt komme. Aber der Bekannte, der mich
mitgenommen hat, musste erst noch etwas in seinem Büro erledigen."
Sie
beugte sich über Willi und küsste seine hohe Stirn. „Wie geht es
dir?"
„Besser,
und ich kann mich erinnern."
„Ja?"
Herma zog sich einen Stuhl heran.
„Ich
habe Bretter geholt, um sie unter die Räder zu legen. Als ich Schritte
hörte, habe ich mich umgedreht. Es regnete und war dunkel, aber ich habe
trotzdem eine Frau erkannt. Sie war etwas größer als ich."
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Folge 57 ..