Ferieninsel Krautsand -56 -

 

 

 

 

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Becker öffnete den Wagenschlag und half Herma auf den Sitz. „Sie sollten zum Arzt gehen."

„Ich habe nur den Fuß vertreten, das geht schon." Sie bückte sich, um ihren Schuh auszuziehen.

Becker startete. Herma spürte nicht, wie der Wagen beschleunigte und wie schnell er fuhr, ganz anders als bei Willis altem Schlitten.

„Wozu brauchen Sie die italienische Polizei?" Der Schmerz ließ nach und Herma entspannte sich, auch wenn Becker ein halsbrecherisches Tempo fuhr.

„Sie wird von einem Bekannten festgehalten."

Herma hörte seine Zähne knirschen. „Gab es eine Forderung?"

„Nein."

„Sie ist fortgelaufen."

Der Wagen näherte sich dem Seitenstreifen. Herma hielt vor Schreck die Luft an. Das Gespräch sollte sie lieber erst auf der Bundesstraße fortsetzen.

„Ich habe gerade eben mit ihr gesprochen." Dann schwieg er. Erst auf der B 73 fuhr er fort.

„Woher haben Sie Ihr Tuch gehabt?"

Herma schwieg.

„Haben Sie noch etwas anderes dabei gefunden?"

„Warum sollte ich?"

„Unser Bekannter will etwas haben, was Francesca gefunden hatte. Es muss bei dem Tuch gelegen haben." Er schaute Herma an. „Ich liebe sie, ich will sie gesund wiederhaben." Seine Augen wurden feucht. Dann blickte er wieder auf die Straße.

Vor ihnen tauchten die ersten Häuser von Stade auf.

„Ich werde meine Freundin nach der Telefonnummer ihrer Bekannten fragen."

Becker fuhr die Einfahrt zum Krankenhaus hoch. Vor dem Eingang hielt er und öffnete Herma den Wagenschlag. Sie bückte sich und quälte sich in den Schuh hinein.

Becker half ihr hinaus. „Danke! Passen Sie auf sich auf!" Bevor er wegfuhr, reicht er ihr seine Visitenkarte.

Herma schaute ihm hinterher, bis er nicht mehr zu sehen war.

„Gibt es hier ein Telefon?", fragte sie den Pförtner.

Beim Fernsprecher kippte sie ihr Portemonnaie aus. Zum Glück hatte sie genüg Münzen.

„Ich habe noch nicht alles erzählt. Ich glaube es geht um ein Schweizer Nummernkonto." Sie berichtete Elli von der Tasche, dem Tuch und dem Herzen. Zum Schluss gab sie Beckers Telefonnummer durch.

Im Kiosk nebenan kaufte sie Süßigkeiten für Willi.

„Es tut mir leid, dass ich erst jetzt komme. Aber der Bekannte, der mich mitgenommen hat, musste erst noch etwas in seinem Büro erledigen."

Sie beugte sich über Willi und küsste seine hohe Stirn. „Wie geht es dir?"

„Besser, und ich kann mich erinnern."

„Ja?" Herma zog sich einen Stuhl heran.

„Ich habe Bretter geholt, um sie unter die Räder zu legen. Als ich Schritte hörte, habe ich mich umgedreht. Es regnete und war dunkel, aber ich habe trotzdem eine Frau erkannt. Sie war etwas größer als ich."

 

.. Folge 57 ..

© Annette Paul

 
 

 Copyright © 2005
  Stand: 03.09.2007