„Villa
Pandetti."
„Buon
giorno, Signora Amalia." Becker kratzte die wenigen Brocken
italienisch zusammen. „Paul Becker. Vorrei parlare con Signor
Pandetti."
„Ah,
Signor Becker. Come stai?"
„Bene,
bene." Hoffentlich redete sie jetzt nicht wieder auf ihn ein. So
wie bei seinem letzten Besuch. Er verstand ja doch fast nichts. Doch
Amalia schien keine Zeit zu haben.
„Un
attimo, per favore." Es knackte in der Leitung, dann ertönte
leise Mozarts Nachtmusik. Digitalisiert. Er hasste die Verstümmelung
dieses wunderbaren Stückes.
„Si!",
meldete Graziano sich ungeduldig.
„Paul
Becker."
„Paul,
welche Freude. Was kann ich für dich tun." Mit einem Male triefte
seine Stimme regelrecht.
Darauf
könnte man ausrutschen, dachte Becker. Ekelhaft.
„Hast
du mit Francescas Verschwinden zu tun?", fragte er barsch.
„Was?
Sie ist verschwunden? Das ist mir neu."
„Verkauf
mich nicht für dumm. Versuchst du auf diese Weise, mir dein Angebot
schmackhaft zu machen? Das funktioniert nicht."
„Was
unterstellst du mir? Weggelaufen sein wird sie. Erstaunlich, dass sie
überhaupt so lange geblieben bist. Francesca braucht einen richtigen
Kerl. Du bist so … korrekt." Becker schluckte. Er durfte sich jetzt
nicht provozieren lassen.
„Dann
wäre da noch diese Sache mit dem Trabrennen", fuhr er fort. „Du
solltest dich vorsehen. Ich weiß mehr, als dir lieb sein
kann."
„Mein
Freund, ich habe keine Ahnung, wovon du redest." Grazianos Tonfall
verschärfte sich.
Ich
bin auf dem richtigen Weg, dachte Becker.
„Du
willst mir also nicht sagen, wo Francesca ist. Deine Entscheidung.
Übrigens - Giovanni startet erst in einer halben Stunde. Ich bin in fünf
Minuten am Elbstrand und werde verhindern, dass er mitfährt."
Einen
Moment lang blieb es still am anderen Ende der Leitung.
„Misch
dich nicht in Dinge, die du nicht überblickst", erwiderte Graziano
und betonte fast jede Silbe. „Francesca geht es gut. – Noch."
Er
legte auf.
..
Folge 39 ..