„500
000 - DonnaVenta – Tessin" stand darauf. Herma biss sich auf die
Lippe, was sollte das nun wieder bedeuten?
DonnaVenta,
wo hatte sie das nur schon gehört? Was hatte die Schweiz mit diesen
Italienern zu tun?
Das
Stimmengemurmel vor der Tür wurde lauter. Sie konnte nicht ewig auf der
Toilette bleiben. Sie legte den Zettel wieder in das Herz hinein und schob
es in ihren Ausschnitt. In ihrem Korsett würde es sicher aufgehoben sein.
Dann spülte sie und verließ die Toilette. Die Frau stand zum Glück
nicht mehr vor der Tür. Herma ging zu Christel zurück.
„Du
magst doch Nusstorte. Ich habe uns noch ein Stück besorgt." Christel
hatte auch noch Kaffee gekauft.
„Willi
wird schimpfen, wenn ich wieder zugenommen habe."
„Der
Herr hat mir geholfen", erklärte Christel und zeigte auf den
Begleiter der Frau. Er stand am Nebentisch und rauchte.
„Meine
Cousine sagt, sie hätten ihre Tasche gefunden." Er deutete auf die
Badetasche.
„Nein,
dass ist meine. Die habe ich vor ein paar Jahren am Gardasee gekauft. Der
Händler hatte ein ganzes Sortiment Taschen. Die sahen alle ähnlich
aus."
„Nein,
das ist ein Unikat."
Herma
lachte. „Woran erkennen Sie das. Schauen Sie, da sind meine Sachen
drinnen."
Sie
holte ihren Lippenstift, das Portemonnaie, ein Stofftaschentuch und eine
Flasche Kölnisch Wasser aus der Tasche und legte sie auf den kleinen
Tisch. Christel griff noch rechtzeitig nach der Parfümflasche, als sie
über den Rand rutschte.
Herma
hielt dem Mann die offene Tasche hin, dann hielt sie die Öffnung nach
unten und schüttelte sie. „Sehen Sie, da ist nichts. Nicht einmal eine
Innentasche hat sie. Und so etwas nennen Sie Unikat." Sie schüttelte
den Kopf und stopfte ihre Sachen wieder in die Tasche. „So, jetzt will
ich endlich in Ruhe meinen Kuchen essen!"
Sie
stach ein großes Stück ab und schob es in den Mund.
„Gleich
schauen wir uns die Rennen an. Und für den Hutwettbewerb müssen wir uns
auch noch anmelden", sagte sie mit vollem Mund.
Unter
Christels Teller lag das Programm. Sie zog es hervor und las die
Teilnehmer der folgenden Rennen. „Da!" Sie starrte auf den Namen:
Don Vento mit Giovanni Pavarese.
Der
Fernsehbericht neulich, der über die Schweizer Banken. Was hatten sie da
erzählt? Nummernkonten können auch Namen haben. Tessin. Welche Banken
gab es in Tessin? Sicher viele.
In
Gedanken verdrückte Herma den Rest der Torte, dann nahm sie einen großen
Schluck Kaffee. „Schön stark."
„Was
ist?", fragte Christel.
„Wir
müssen uns beeilen, schließlich wollen wir doch noch die Rennen
sehen."
Aber
zuerst schleppte Christel sie zur Anmeldung für den Hutwettbewerb. „Wenn
ich schon mit diesem scheußlichen Ding herumlaufe, will ich wenigstens
daran teilnehmen."
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Folge 38 ..