Rosita
begleitete Giovanni vor das Haus.
„Fährst
du gleich zurück in die Pizzeria oder schaust du beim Rennen zu?",
fragte er.
„Ich
schau natürlich zu. Irgendjemand muss dich doch anfeuern." Rosita
lächelte verschmitzt. „Während des Rennens kommen sowieso keine
Gäste." Giovanni bemerkte Beckers glänzend polierten Mercedes am
Straßenrand.
„Was
will der denn noch hier?" Er presste die Lippen so fest aufeinander,
dass sie fast weiß wirkten.
„Sei
nicht ungerecht. Er hat mich hergefahren, um dich zu warnen. Nun wartet er
auf mich."
„Mmh."
Dicht nebeneinander gingen sie zum Wagen. Paul Becker stieg aus.
„Giovanni."
Er nickte kurz und hielt Rosita die Tür auf. „Viel Erfolg und vor allem
viel Glück.
Giovanni
küsste Rosita auf die Wange.
„Vergiss
nicht, den Sulky zu prüfen. Danach darfst du ihn nicht mehr aus den Augen
lassen. Versprichst du mir das", sagte Rosita mit flehendem Blick.
„Natürlich.
Mach dir keine Sorgen. Wir sehen uns nach dem Rennen."
Becker
startete den Motor und fuhr Richtung Elbstrand.
„Hat
er dir geglaubt?" Er warf einen Seitenblick auf Rosita.
„Ich
denke, er nimmt die Sache ernst. Ich hoffe es jedenfalls. Vielleicht
hätte ich ihm doch von Francescas Anruf erzählen sollen."
„Nein,
nein. Das war besser so. Hätte ihn nur noch mehr ins Grübeln
gebracht."
Becker
steuerte einen freien Parkplatz an. Sie stiegen aus und gingen langsam
über den Platz, der von Menschen nur so wimmelte.
„Was
laufen denn hier für geschmacklose Gestalten herum?"
Rosita
lachte. „Der Hutwettbewerb. Schauerlich, nicht wahr?"
Plötzlich
blieb Becker stehen. Er riss die Augen weit auf.
„Francesca",
murmelte er. Rosita folgte seinem Blick.
„Wo
denn?"
„Francesca!"
Becker bahnte sich einen Weg durch die Menge. Dann blieb er stehen und sah
sich suchend um.
„Eben
war sie noch hier."
„Bist
du sicher. Hier sind so viele Menschen."
„Glaubst
du, ich spinne! Ich habe sie gesehen. Sie trug ihr hellgraues Kostüm und
den rosefarbenen Hut, den ich ihr in Florenz gekauft habe. Sie war
es." Seine Lippen zitterten und seine Stimme ging in ein Flüstern
über. „Und jetzt ist sie weg."
„Herma,
was ist denn? Starr doch die Frau nicht so an." Christel zupfte an
Hermas Ärmel.
„Hast
du das gesehen? Das Herz an ihrem Hals?"
„Wie?
Was für ein Herz?" Christels verständnisloser Blick traf sie.
Hermas
Atem beschleunigte sich. Sie nahm den Hut vom Kopf und fächelte sich Luft
zu.
„Genau
so ein Schmuckstück habe ich vorgestern gefunden."
„Ja
und? Das gibt es bestimmt hufenweise."
„Ach,
das verstehst du nicht." Herma drehte sich um. Ihr Blick huschte
zwischen den Menschen hin und her. Dann entdeckte sie die Frau in der
Menge. Herma schnaufte und nahm die Verfolgung auf. Zum Glück gingen die
Frau und ihr Begleiter nicht schnell. Sie drückte den Hut wieder auf den
Kopf und blieb dicht hinter ihnen.
„Hey,
was soll denn das? Ich finde das abscheulich von dir. Erst schleppst du
mich gegen meinen Willen mit diesem dämlichen Hut auf diese Veranstaltung
und dann lässt du mich einfach stehen, wie einen alten Regenschirm. So
was nennt sich Freundin."
„Ich
muss etwas herausfinden. Vertrau mir. "
„Erst
wenn du mir erklärst, was hier läuft."
Herma
blieb abrupt stehen, als die Frau und der Mann, auf dessen Arm sie sich
immer noch stützte, an einem Stand mit Kaffee und Kuchen stehen blieben.
„Gut,
dann hör zu. Eine Frau ist verschwunden. Nur ihr Halstuch ist
aufgetaucht. Zusammen mit einer Tasche und eben dieser Halskette, die aber
einer anderen Frau gehören. Außerdem läuft hier irgendeine Sache mit
den Pferden. Und ich bin sicher, die Italiener von der Pizzeria haben ihre
Hände da drin."
„Ich
versteh kein Wort." Christel schüttelte den Kopf.
„Mach
dir keine Gedanken. Ich auch nicht. Deswegen will ich es herausfinden.
Schon wegen Willi. Der Schlag auf den Kopf war kein Zufall."
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Folge 34 ..