Ferieninsel Krautsand - 33 -

 

 

 

 

Home
Nach oben
Mitglieder
Veröffentlichungen
Schreibwerk-"zeug"
Disclaimer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rosita begleitete Giovanni vor das Haus.

„Fährst du gleich zurück in die Pizzeria oder schaust du beim Rennen zu?", fragte er.

„Ich schau natürlich zu. Irgendjemand muss dich doch anfeuern." Rosita lächelte verschmitzt. „Während des Rennens kommen sowieso keine Gäste." Giovanni bemerkte Beckers glänzend polierten Mercedes am Straßenrand.

„Was will der denn noch hier?" Er presste die Lippen so fest aufeinander, dass sie fast weiß wirkten.

„Sei nicht ungerecht. Er hat mich hergefahren, um dich zu warnen. Nun wartet er auf mich."

„Mmh." Dicht nebeneinander gingen sie zum Wagen. Paul Becker stieg aus.

„Giovanni." Er nickte kurz und hielt Rosita die Tür auf. „Viel Erfolg und vor allem viel Glück.

Giovanni küsste Rosita auf die Wange.

„Vergiss nicht, den Sulky zu prüfen. Danach darfst du ihn nicht mehr aus den Augen lassen. Versprichst du mir das", sagte Rosita mit flehendem Blick.

„Natürlich. Mach dir keine Sorgen. Wir sehen uns nach dem Rennen."

Becker startete den Motor und fuhr Richtung Elbstrand.

„Hat er dir geglaubt?" Er warf einen Seitenblick auf Rosita.

„Ich denke, er nimmt die Sache ernst. Ich hoffe es jedenfalls. Vielleicht hätte ich ihm doch von Francescas Anruf erzählen sollen."

„Nein, nein. Das war besser so. Hätte ihn nur noch mehr ins Grübeln gebracht."

Becker steuerte einen freien Parkplatz an. Sie stiegen aus und gingen langsam über den Platz, der von Menschen nur so wimmelte.

„Was laufen denn hier für geschmacklose Gestalten herum?"

Rosita lachte. „Der Hutwettbewerb. Schauerlich, nicht wahr?"

Plötzlich blieb Becker stehen. Er riss die Augen weit auf.

„Francesca", murmelte er. Rosita folgte seinem Blick.

„Wo denn?"

„Francesca!" Becker bahnte sich einen Weg durch die Menge. Dann blieb er stehen und sah sich suchend um.

„Eben war sie noch hier."

„Bist du sicher. Hier sind so viele Menschen."

„Glaubst du, ich spinne! Ich habe sie gesehen. Sie trug ihr hellgraues Kostüm und den rosefarbenen Hut, den ich ihr in Florenz gekauft habe. Sie war es." Seine Lippen zitterten und seine Stimme ging in ein Flüstern über. „Und jetzt ist sie weg."

 

 

„Herma, was ist denn? Starr doch die Frau nicht so an." Christel zupfte an Hermas Ärmel.

„Hast du das gesehen? Das Herz an ihrem Hals?"

„Wie? Was für ein Herz?" Christels verständnisloser Blick traf sie.

Hermas Atem beschleunigte sich. Sie nahm den Hut vom Kopf und fächelte sich Luft zu.

„Genau so ein Schmuckstück habe ich vorgestern gefunden."

„Ja und? Das gibt es bestimmt hufenweise."

„Ach, das verstehst du nicht." Herma drehte sich um. Ihr Blick huschte zwischen den Menschen hin und her. Dann entdeckte sie die Frau in der Menge. Herma schnaufte und nahm die Verfolgung auf. Zum Glück gingen die Frau und ihr Begleiter nicht schnell. Sie drückte den Hut wieder auf den Kopf und blieb dicht hinter ihnen.

„Hey, was soll denn das? Ich finde das abscheulich von dir. Erst schleppst du mich gegen meinen Willen mit diesem dämlichen Hut auf diese Veranstaltung und dann lässt du mich einfach stehen, wie einen alten Regenschirm. So was nennt sich Freundin."

„Ich muss etwas herausfinden. Vertrau mir. "

„Erst wenn du mir erklärst, was hier läuft."

Herma blieb abrupt stehen, als die Frau und der Mann, auf dessen Arm sie sich immer noch stützte, an einem Stand mit Kaffee und Kuchen stehen blieben.

„Gut, dann hör zu. Eine Frau ist verschwunden. Nur ihr Halstuch ist aufgetaucht. Zusammen mit einer Tasche und eben dieser Halskette, die aber einer anderen Frau gehören. Außerdem läuft hier irgendeine Sache mit den Pferden. Und ich bin sicher, die Italiener von der Pizzeria haben ihre Hände da drin."

„Ich versteh kein Wort." Christel schüttelte den Kopf.

„Mach dir keine Gedanken. Ich auch nicht. Deswegen will ich es herausfinden. Schon wegen Willi. Der Schlag auf den Kopf war kein Zufall."

 

.. Folge 34 ..

© Marion Pletzer

 
 

 Copyright © 2005
  Stand: 10.08.2007