5. Dezember 2007

 

 

 

 

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 Fieberhaft blätterte Sarah in Metas Roman. Ob sie etwas über Aaron darin geschrieben hatte? Damals, es war kurz vor Weihnachten, lernte Sarah Aaron kennen. Die Zeiten waren schlecht. Deutschland befand sich im Krieg mit der ganzen Welt. In den Bergen fühlte sich Aaron sicher. Zwar wurde viel über Deportationen, Verschleppungen und über Menschen, die plötzlich aus den Städten verschwanden, gesprochen. Aber so großen Städte wie Berlin und Hamburg waren weit weg. Bis zu den Dörfern war noch niemand vorgedrungen, alles war friedlich wie eh und je.

Sarah war glücklich mit Aaron, von dem sie nicht genau wusste, woher er kam. Plötzlich war er einfach da, in dem kleinen Dorf, das ihre Heimat war. Aaron war von einer natürlichen Unbeschwertheit, liebte die Berge, die Natur, das Leben und offensichtlich auch sie - Sarah. Vor Liebe blind sah sie euphorisch einer gemeinsamen Zukunft mit Aaron entgegen. Nichts und niemand konnte ihr Glück trüben, egal was gesprochen oder getuschelt wurde.

Zu der Zeit wusste Sarah nichts von Meta. Aaron sprach nie von ihr. Überhaupt sprach er nie über sein vorheriges Leben.

Sarah verweilt auf den Zeilen aus Metas Roman, las sie, ohne den Sinn bewusst aufzunehmen. Plötzlich war Aaron ihr wieder ganz nah, der Schnee in den Bergen, die Kerzen in den Fenstern der Dorfbewohner kurz vor Weihnachten. Sie roch den Duft der Plätzchen aus der Küche, die sich gerade für Aaron und das bevorstehende Weihnachtsfest im Herd befanden.

Der Gong der Standuhr im Wohnzimmer schlug laut an. Einmal, zweimal ... Erschrocken schlug Sarah das Buch zu, als ob jemand sie bei etwas Verbotenem erwischt hätte. Der Roman rutschte ihr vom Schoß und polterte auf den Boden. „Verdammt!" Sie bückte sich, um ihn wieder aufzuheben. Ihr Rücken schmerzte. Sie kam im Sitzen nicht mehr so weit hinunter, musste aufstehen und sich beugen. Vorsichtig nahm sie das Buch auf. Einige Seiten waren verknickt. Sie versuchte, diese vorsichtig zu glätten. „Was ist das?" Sarah hielt in ihrer Bewegung inne, als sie sah, dass auf einer der verknickten Seiten, die sie gerade glatt streichen wollte, etwas handschriftlich zwischen den Zeilen eingefügt war.

„Aaron?", fragte sie unsicher in die Dunkelheit, als ob sie eine Antwort bekäme. Sie richtete sich langsam auf, ging zur Stehlampe, die neben dem Fenster stand und hielt das Buch unter den Lichtschein. „Das ist doch ..." Erschrocken sah sie auf. Ihr Blick wanderte durch den Raum, dann wieder zurück auf das Buch. „Das kann nicht sein", flüsterte sie. „Unmöglich."

..6.12..

© Monique Lhoir

 
 

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  Stand: 12.12.2007