23. Dezember 2007

 

 

 

 

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 Verkorkst, dachte Sarah, von vorne bis hinten verkorkst. Diese Reise war aus vorweihnachtlichen Träumereien genährt, frei nach Peterchens Mondfahrt in der Einkaufspassage. Es wurde höchste Zeit, dass sie in ihr Leben zurückkehrte. All die Bitterkeit der vergangenen Jahre war weg geschmolzen, alle Fragen waren beantwortet. Die Menschen hier hatten ihr Leben in der polaren Umgebung eingerichtet. Hier zu Überleben kostete viel Kraft und Hingabe, das schweißte zusammen. Aaron gehörte zu ihnen. Sie hingegen war ein Fremdkörper, nicht mehr, als ein gewöhnlicher Tourist, der sich für das Leben in anderen Kulturen interessierte. Nein, diese freundliche Kälte brauchte sie nicht. Mit Aaron musste sie nicht reden. Was sollte er ihr erklären? Sie hatte genug gesehen. Sein Leben war erfüllt vom Zusammenleben in der Familie, auf dem Hof und im Dorf. Wenn der Abschied von Meta verarbeitet war, blieb ihm und Agnes die Sorge um ihren gemeinsamen Sohn. Würde Hersin in der Heimat bleiben oder suchte er sein Leben in der Ferne? Die ewige Frage von Eltern in dieser unwirtlichen Gegend.

Während Agnes und Rachel mit Vorbereitungen auf das Mittagessen beschäftigt waren, stand sie leise auf, zog Stiefel und Jacke an und hob ihren Rucksack auf den Rücken. Ohne noch ein Wort zu sagen, ging sie nach draußen.

Es war ein strahlendblauer Wintertag, helles Glitzern auf der Schneefläche, wo weit sie blicken konnte. Sie fühlte eine wunderbare Stimmung im Zusammenspiel dieser erhabenen Landschaft mit der Klarheit ihrer Entscheidung.

..24.12..

© Renate Hupfeld

 

 
 

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  Stand: 23.12.2007