Ferieninsel Krautsand -59 -

 

 

 

 

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Der Polizist Kalle Augustin kam nach einer Stunde auf den Campingplatz. „Wir mussten uns erst um einen Verkehrsunfall kümmern. Da ist ein Mann einfach auf der Straße zusammengefahren worden." Er schaute sich das Schloss an. „Nicht gerade sehr fachmännisch. Fehlt etwas?"

„Ich habe nichts angefasst, um keine Spuren zu verwischen." Herma hatte rote Flecken im Gesicht.

„Sie scheinen das Verbrechen anzuziehen. Erst wird ihr Mann zusammengeschlagen, dann wird bei ihnen eingebrochen."

„Das hat sicher mit dieser Frau auf dem Rennplatz zu tun", sagte Christel.

„Welcher Frau?" Polizist Augustin schaute Herma streng an.

„Ich weiß nicht." Herma zuckte die Achseln.

„Sie meinte, ihr gehöre Hermas Tasche." Christel rückte ganz dicht an Kommissar Augustin heran. Er machte zwei Schritte rückwärts.

„Eine Fremde, sicher ein Irrtum. Nachher war sie auch weg." Herma verfluchte Christels Getratsche. Elli hätte garantiert den Mund gehalten.

Kalle Augustin holte einen Fotoapparat aus seinem Wagen und fotografierte die Tür und das Innere des Caravans. Dann staubte er die Tür mit einem Pulver ein und nahm die Fingerabdrücke.

„Ich brauche auch noch Ihre und die von Ihrem Mann", sagte er.

„Dann müssen Sie ihm im Krankenhaus besuchen."

„Haben Sie nichts, was er angefasst hat?"

Herma überlegte. „Doch seine Angeln." Sie führte den Polizisten in die dunkle Ecke des Vorzeltes. Aber selbst sein Gerätekoffer war ausgekippt. Überall lagen die Haken, Blinker und Köder verstreut herum. „Oh, nein, nicht seine Angeln." Herma schlug die Hände vors Gesicht.

Kurt legte ihr seine Hand auf die Schulter. „Das räume ich dir morgen auf. Willi braucht sich nicht gleich aufregen, wenn er nach Hause kommt."

Herma nickte ihm dankbar zu.

Während Kalle Augustin auf dem Campingplatz herum fragte, sortierte Herma ihren Besitz. Es schien nichts zu fehlen. Von ihren Nachbarn hatte keiner etwas mitbekommen.

„Das war sicher während des Pferderennens. Die meisten waren am Strand. Und ich war mit Heinrich am Rutenstrom angeln", sagte Kurt, als Kalle Augustin in den Streifenwagen einstieg. Bevor er wegfahren konnte, fuhr Heinrich mit seinem Jeep vor und versperrte ihm den Weg.

„Herr Wachtmeister, kümmern Sie sich auch um Pferde?", fragte er.

„Notfalls ja, was ist denn?"

„Am Kotherbachsee kam mir eins entgegen. Ich habe angehalten und versucht es einzufangen. Aber es war zu nervös. Zum Glück war der Wachmann der Hatecker Werft da. Er die Pforte geöffnet und dann haben wir es gemeinsam auf das Firmengelände getrieben."

„Wir haben einen Pferdehalter, der sein Pferd sucht", sagte Kalle langsam. Er machte ein nachdenkliches Gesicht.

„Der Mann, der überfahren wurde?", fragte Herma.

„Woher wissen Sie das?"

„Weil alles irgendwie mit ihm zusammenhängt. Willi ist doch auch auf seinem Hof zusammengeschlagen worden. Vorhin ist das Pferd mitten im Rennen stehen geblieben. Es muss gründlich untersucht werden. Es hat sicher ein Mittel bekommen."

Christel lachte. „Ja, mit einem Pfeil!" Jetzt lachten auch Kurt und Heinrich.

„Ich werde mich um das Pferd kümmern." Kalle Augustin startete den Wagen.

 

.. Folge 60 ..

© Annette Paul

 
 

 Copyright © 2005
  Stand: 09.09.2007