Der
Polizist Kalle Augustin kam nach einer Stunde auf den Campingplatz. „Wir
mussten uns erst um einen Verkehrsunfall kümmern. Da ist ein Mann einfach
auf der Straße zusammengefahren worden." Er schaute sich das Schloss
an. „Nicht gerade sehr fachmännisch. Fehlt etwas?"
„Ich
habe nichts angefasst, um keine Spuren zu verwischen." Herma hatte
rote Flecken im Gesicht.
„Sie
scheinen das Verbrechen anzuziehen. Erst wird ihr Mann zusammengeschlagen,
dann wird bei ihnen eingebrochen."
„Das
hat sicher mit dieser Frau auf dem Rennplatz zu tun", sagte Christel.
„Welcher
Frau?" Polizist Augustin schaute Herma streng an.
„Ich
weiß nicht." Herma zuckte die Achseln.
„Sie
meinte, ihr gehöre Hermas Tasche." Christel rückte ganz dicht an
Kommissar Augustin heran. Er machte zwei Schritte rückwärts.
„Eine
Fremde, sicher ein Irrtum. Nachher war sie auch weg." Herma
verfluchte Christels Getratsche. Elli hätte garantiert den Mund gehalten.
Kalle
Augustin holte einen Fotoapparat aus seinem Wagen und fotografierte die
Tür und das Innere des Caravans. Dann staubte er die Tür mit einem
Pulver ein und nahm die Fingerabdrücke.
„Ich
brauche auch noch Ihre und die von Ihrem Mann", sagte er.
„Dann
müssen Sie ihm im Krankenhaus besuchen."
„Haben
Sie nichts, was er angefasst hat?"
Herma
überlegte. „Doch seine Angeln." Sie führte den Polizisten in die
dunkle Ecke des Vorzeltes. Aber selbst sein Gerätekoffer war ausgekippt.
Überall lagen die Haken, Blinker und Köder verstreut herum. „Oh, nein,
nicht seine Angeln." Herma schlug die Hände vors Gesicht.
Kurt
legte ihr seine Hand auf die Schulter. „Das räume ich dir morgen auf.
Willi braucht sich nicht gleich aufregen, wenn er nach Hause kommt."
Herma
nickte ihm dankbar zu.
Während
Kalle Augustin auf dem Campingplatz herum fragte, sortierte Herma ihren
Besitz. Es schien nichts zu fehlen. Von ihren Nachbarn hatte keiner etwas
mitbekommen.
„Das
war sicher während des Pferderennens. Die meisten waren am Strand. Und
ich war mit Heinrich am Rutenstrom angeln", sagte Kurt, als Kalle
Augustin in den Streifenwagen einstieg. Bevor er wegfahren konnte, fuhr
Heinrich mit seinem Jeep vor und versperrte ihm den Weg.
„Herr
Wachtmeister, kümmern Sie sich auch um Pferde?", fragte er.
„Notfalls
ja, was ist denn?"
„Am
Kotherbachsee kam mir eins entgegen. Ich habe angehalten und versucht es
einzufangen. Aber es war zu nervös. Zum Glück war der Wachmann der
Hatecker Werft da. Er die Pforte geöffnet und dann haben wir es gemeinsam
auf das Firmengelände getrieben."
„Wir
haben einen Pferdehalter, der sein Pferd sucht", sagte Kalle langsam.
Er machte ein nachdenkliches Gesicht.
„Der
Mann, der überfahren wurde?", fragte Herma.
„Woher
wissen Sie das?"
„Weil
alles irgendwie mit ihm zusammenhängt. Willi ist doch auch auf seinem Hof
zusammengeschlagen worden. Vorhin ist das Pferd mitten im Rennen stehen
geblieben. Es muss gründlich untersucht werden. Es hat sicher ein Mittel
bekommen."
Christel
lachte. „Ja, mit einem Pfeil!" Jetzt lachten auch Kurt und
Heinrich.
„Ich
werde mich um das Pferd kümmern." Kalle Augustin startete den Wagen.
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Folge 60 ..