1. Dezenber 2007

 

 

 

 

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Meta schaute in das Schneegestöber draußen. Von ihrem Fenster hatte sie einen weiten Blick über das Meer. Bis zur Insel konnte sie bei gutem Wetter sehen. Aber jetzt reichte die Sicht nur ein paar Meter. Ihr fröstelte. Nirgends war ein Lebewesen zu sehen. Nicht einmal Möwen waren unterwegs. Der Schnee dämpfte die Geräusche und ließ alles unwirklich erscheinen.

Sie stand auf und schlürfte zum Lichtschalter. Kaltes Licht erhellte den Raum. Nein, so kam keine Stimmung auf. Sie schlürfte weiter zur Anrichte, ließ sich ächzend auf ihre Knie nieder und wühlte im Inneren herum. Schließlich fand sie, was sie gesucht hatte: Einen Kerzenständer und eine Kerze.

Sie stemmte sich an den Schranktüren hoch und stellte den Kerzenständer auf das Fensterbrett. Mit zitternden Fingern zündete sie das Licht an. So war es schon besser.

Sie ließ sich in ihrem Lehnsessel nieder. Vor ihrem inneren Auge entstanden Szenen vergangener Tage. Kinder lachten und tobten über den Hof. Auf der Koppel weideten Stuten mit ihren Fohlen. Weiter hinten wiegte sich das Getreide im Wind.

Ein brenzliger Geruch schreckte sie hoch. Die Kerze war herabgebrannt. Flammen züngelten am Holzständer entlang.

Meta pustete kräftig, hörte aber sofort damit auf, weil die Flamme dabei Richtung Gardine schlug. Hilfesuchend schaute sie sich im Zimmer um. Auf dem Stuhl am Tisch lag eine Wolldecke und verdeckte das zerschlissene Rohrgeflecht.

Hastig stand sie auf. Mit einem Aufschrei sank sie zurück. Ihre alten Gelenke vertrugen keine schnellen Bewegungen.

Es klopfte an der Tür.

„Ja, doch", rief Meta.

Aus dem Klopfen wurde lautes Trommeln.

..2.12..

© Annette Paul

 

 
 

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  Stand: 03.12.2007